Weihnachtspäckchen für die Ukraine

Päckchen für Behindertenschule in Oradea

Hilfsverein aus Heiligenstadt brachte Weihnachtspäckchen in die Ukraine und bekam dort die Alltagssituation des Krieges hautnah mit

14.12.2022 - 19.12.2022 Während eine Gruppe des Vereins mit Weihnachtspäckchen Richtung Ahrtal unterwegs war, machte sich rechtzeitig zum Weihnachtsfest eine weitere Gruppe des Missionsverein „Lasst uns gehen“ mit 1100 Geschenkpäckchen für Kinder und div. Hilfsgütern in die Ukraine auf den Weg. Nach 16 stündiger Fahrt machten die 4 Männer und 2 jungen Frauen Zwischen-stopp in Rumänien, wo man ebenfalls 850 Päckchen an mehreren Stellen, (u.a. an ein Behindertenheim und der Palliativstation in Oradea) übergab. Nach 4 Stunden Fahrt, am nächsten Tag, erreichte die Gruppe die ukrainische Grenze, die man ungewohnt schon nach 2 Stunden passieren konnte. An der Grenze stauten sich wie beim letzten mal die LKWs kilometerweit. Den Zielort in der Westukraine erreichte man nach einer weiteren Stunde. Positiv war auch hier, dass man nicht zum örtlichen Zoll musste, das normalerweise mehrere Stunden kostete. Hier übergab man dann die Hilfsgüter und den Großteil der Weihnachtspäckchen in das dort vorhandene Verteillager. Von da werden diese an verschiedene Heime, Familien und Flüchtlingskinder weiterverteilt. Hier bekam man auch gleich einiges vom Kriegsgeschehen mit (Luftalarm und mehrmals Stromabschaltungen). Was beim Abendessen mit Kerzenschein sich für uns noch romantisch anfühlte, ist bei Bewohnern und den vielen Flüchtlingen aus der Ostukraine bitterer Alltag. Wer hier kein Stromaggregat besitzt, sitzt oft stundenlang im Dunkeln und alle Elektro-geräte stehen still. Bei Luftalarm müssen die Anwohner und die 30 Flüchtlingsfamilien des Nehemia - Gebäudes in die engen Kellerräume, die außen mit Sandsäcke verbarrikadiert sind. Man erzählte der Gruppe, dass die Preise für Energie und Lebensmittel enorm gestiegen sind, sodass viele in große Not gerieten. Da die meisten Unterkünfte in der Stadt mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllt sind, musste ein Teil der Gruppe in ihrem Transporter übernachten, während der Rest der Gruppe in einem Notquartier schlief.

Am nächsten Tag wurden noch Päckchen und Geldspenden an verschiedenen Stellen übergeben, u.a. wurde in 30 km Entfernung ein Waisenhaus besucht, wo man ebenfalls Geschenke und ein Stromaggregat übergab,wo man große Freude und Dankbarkeit erlebte. Hier noch Eindrücke von Theresa S. die das erste mal in der Ukraine dabei war: „Insgesamt hat mich die Fahrt wieder einmal daran erinnert, wie gut es uns eigentlich geht und wie selbstverständlich wir mit Wasser, Strom und Heizung umgehen. Man bekommt nochmal ein anderes Bild, wenn man es vor Ort selbst miterlebt und wenn man die Geschichten vom Kriegsgeschehen hört. Tanja, die Leiterin des Nehemia-Zentrums erzählte uns u. a. von einer Frau, die mit ihren 6 Kindern bei ihnen wohnt, dass von ihrem Mann, der bei der Armee ist, seit längerem jede Spur fehlt. Was mich auch sehr bewegt hat, war der kleine Bunker im Keller, in dem die Kinder bei Alarm kauern und manchmal dort Unterricht bekommen.

Felix S., der auch das erste mal dabei war, berichtet, dass die lange Anreise und die Grenzabfertigungen etwas nervig waren, aber dass das Strahlen der Kinderaugen beim Päckchen auspacken und die Dankbarkeit alles andere wieder vergessen lies.

Das Fazit aller Beteiligten war bei der Rückreise, dass es sich trotz der Strapazen immer wieder lohnt, solche Einsätze des Vereins weiter zu unterstützen.
Otto Audenrith